Hildegund Amanshauser
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WS 2007/08 Hildegund Amanshauser

Theorie und Geschichte der Performance

Mittwoch 11 bis 13 Uhr, ab 24.10.07
Seminarraum 1
Hauptseminar

In den 1960er Jahren vollzieht sich in der Bildenden Kunst eine performative Wende. Aufführungen, die in einem bestimmten Zeitraum an einem bestimmten Ort stattfinden, in denen häufig die KünstlerInnen selbst eine zentrale Rolle spielen, werden zu wichtigen Ereignissen der bildenden Kunst und konstituieren damit einen völlig neuen Werkbegriff. Sie definieren die Rolle der KünstlerIn, des Akteurs/der Akteurin und des Zuschauers/der Zuschauerin ebenso neu wie den Präsentationsort der Kunst.
Dieses Seminar beschäftigt sich ausgehend von der Lektüre von Erika Fischer-Lichte: Ästhetik des Performativen, Frankfurt 2004 mit Theorie und Geschichte der Performancekunst.

Weitere Literatur:
Josef Früchtl und Jörg Zimmermann(Hrsg.): Ästhetik der Inszenierung, Frankfurt 2001
Peggy Phelan: Unmarked. The Politics of Performance, London New York 1993
Elisabeth Jappe: Performance, Ritual, Prozess - Handbuch der Aktionskunst in Europa, München, New York, 1993
Angelika Nollert (Hrsg.): Performative Installation, Ausstellungskatalog Köln 2003
Barbara Clausen (Hrsg.) After the Act. Die (Re)Präsentation der Performance Kunst, Museum Moderner Kunst Wien 2005
I promise it’s political. Performativität in der Kunst, Ausstellungskatalog Museum Ludwig, Köln 2002

Performance Analyse

Gemeinsam mit Dr. Meike Schmidt-Gleim

Geblockt, 29., 30. Nov., 13.,14. Dez. 2007, 10.11. Jan. 2008
Seminarraum 2
Hauptseminar

Dieses Seminar widmet sich der ausführlichen Betrachtung von Performances seit den 1970er Jahren, anhand von Videomitschnitten und anderen Dokumenten, u.a. von Marina Abramovic, Abramovic/Ulay, Valie Export, Adrian Piper, Shigeko Kubota, Vito Acconci, John Baldessari

„Die Einführung von Performances in den Kunstbetrieb bringt die Kunst als Werk an den Rand ihrer Existenz, Performances sind ephemer und insofern ohne Werk. Was heißt das für den Kunstbegriff? Wie kann man eine solche künstlerische Erfahrung beschreiben und analysieren?
Rezeption und Kunstgeschichtsschreibung müssen sich fundamental umorientieren.
Eine interpretative Herangehensweise greift immer zu kurz, denn sie unterschlägt das Moment des Erlebens einer Performance und ihrer Wirklichkeit konstituierenden Effekte: Die Faszination, den Schauder, den Schrecken, die Neugier oder das Mitgefühl, welche beim Zuschauer ausgelöst werden.
Was tun? Mehr dazu im Seminar.“ (Meike Schmidt Gleim)

Meike Schmidt Gleim ist Philosophin und Künstlerin und hat selbst mit Re-Enactments von Performances gearbeitet.

Die Literatur lehnt sich an das Seminar „Theorie und Geschichte der Performance“ von Hildegund Amanshauser an und konzentriert sich aufbauend auf jenes besonders auf die Herkunft der Hauptbegrifflichkeiten:

Performance:
John L. Austin, Zur Theorie der Sprechakte, Stuttgart: Reclam 1972
Judith Butler, Das Unbehagen der Geschlechter, Suhrkamp: Frankfurt am Main 1990

Öffentlichkeit:
Hannah Arendt, Vita Activa oder vom tätigen Leben, München: Piper 1967
Jürgen Habermas, Strukturwandel der Öffentlichkeit, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1992
Gerald Raunig, Ulf Wuggenig (Hg.), Theorien der Öffentlichkeit, Wien: Turia + Kant 2003

Kunst aus Bildung
Mittwoch 16 bis 18 Uhr, ab 24.10.07
Seminarraum 1
Hauptseminar

Am 16.,17. November 2007 findet das Symposion „Kunst aus Bildung“ in der Kunstakademie Münster in Kooperation mit der Montag Stiftung statt. Dieses Symposion stellt die Kunstausbildung zur Diskussion. Wie kann die Ausbildung in den Kunsthochschulen der aktuellen gesellschaftlichen Lage von KünstlerInnen und ihrer künstlerischen Praxis gerecht werden? Wir beschäftigen uns mit einer Ausbildung für alle Studierenden, nicht nur für die wenigen, die nach der Kunsthochschule die klassische Karriere des Künstlers / der Künstlerin von der Galerie ins Museum vor sich haben. Das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Praxis, Wissenschaft, Ausstellungsbetrieb und Kunstmarkt wird dabei eingehend beleuchtet werden.
Das Seminar bereitet das Symposion vor, Studierende aus dem Seminar werden an der Moderation und Organisation der Veranstaltung mitwirken und an der Publikation beteiligt sein.

Kolloquium Hauptstudium
Geblockt, im Ausmaß von 3 Wochenstunden
1. Termin 7.11.07, 14 Uhr Raum 107
Keine LN und TN

Das Kolloquium richtet sich an Studierende, die eine mündliche oder schriftliche Prüfung vorbereiten oder an einer Magisterarbeit oder einer Dissertation schreiben. Die Themen werden in Referaten vorgetragen und gemeinsam diskutiert. Das Seminar findet als Blockveranstaltung statt. Es können keine LN und TN erworben werden.